| Ärztemangel in Deutschland: bessere Honorare für Ärzte gefordert |
| Geschrieben von: Anja |
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In der Frage, ob Deutschland derzeit zu viele oder zu wenige Ärzte hat, scheiden sich gerade die Ansichten und Betrachtungsweisen. Die Bundesregierung sieht vor allem in den ländlichen Regionen ein erhöhtes Risiko bzw. den schon vorhandenen Fall, dass vielerorts bestimmte Regionen medizinisch unterbesetzt sind. Zum einen wird dieser Trend bedingt durch verstärkte Abwanderungen von jungen Ärzten ins Ausland oder aber in die Industrie, da der klassische Arztberuf in Deutschland für sie finanziell unattraktiv ist. In den ländlichen Regionen fehlen schon heute häufig gut erreichbare Praxen. In den kommenden Jahren, dann, wenn viele noch praktizierende Ärzte in den Ruhestand gehen, wird sich dies noch weiter verstärken. Die Ersatzkassen dagegen fordern einen Abbau des aus ihrer Sicht vorhandenen Überangebotes an Ärzten. 2010 beträgt das Verhältnis 397 Ärzte auf 100.000 Einwohner – ein neuer Höchststand. Der Vizepräsident der Bundesärztekammer Frank-Ulrich Montgomery dagegen treibt eine Reform der ärztlichen Gebührenordnung voran. Diese wurde nun der Bundesregierung vorgelegt mit dem Wunsch zur schnellen Umsetzung. Denn wenn die Ansicht von Montgomery stimmt, werden Deutschland in 20 Jahren 50.000 Ärzte in Krankenhäusern und Praxen fehlen. Dass diese Gefahr Berechtigung hat, belegt er mit Zahlen: 2010 haben 3.500 Ärzte Deutschland verlassen, um im Ausland zu praktizieren. Um den Mangel auszugleichen, werden ausländische Ärzte eingestellt, was wiederum Verständigungsprobleme und Missverständnisse bei der Behandlung mit sich bringen könnte. Auf die Forderungen der Ärzte regierte die Bundesregierung mit einem Gesetzesentwurf, den Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) vorstellte. Dieses wurde von den Ärzten auf dem Deutschen Ärztetag überprüft. Darin wurde auch über eine eindeutige Formulierung zum Verbot der Unterstützung von Selbsttötungen durch die Medizin sowie Fragen der Präimplantationsdiagnostik diskutiert. |