Studentische Geldbörsen als Durchgangsstation
Geschrieben von: Frank   

570 000 Studenten in Deutschland haben sich gefreut, dass sie zum Beginn des Sommersemesters 2011 aufgrund der gestiegenen Bafögsätze mehr Geld im Portemonnaie hatten. Doch die Freude hielt nicht lange, da sie wegen der Erhöhung des Beitrags zur Krankenversicherung schnell einen Teil des Geldes wieder abgeben mussten. Die Krankenversicherungsbeiträge sind nämlich als Anpassung an die Bafögerhöhung um 11 Euro gestiegen. Gesetzlich fixiert ist dies im Paragraph 236 des Sozialgesetzbuches, wonach die Krankenversicherungsbeiträge automatisch an den durchschnittlichen Bafögsatz angepasst werden. Dies gilt für alle Studenten, auch wenn sie gar kein Bafög erhalten oder zum Studieren günstige Kredite aufnehmen mussten.

Nach Angaben des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) betrifft dies die Geldbörsen von 575.108 Studierenden in Deutschland. Als beitragspflichtig werden alle Studenten angesehen, die älter als 25 Jahre sind, sich freiwillig selbst krankenversichern oder mehr als 20 Stunden in der Woche neben ihrem Studium arbeiten gehen. Bereits im Oktober 2011 wurde der Krankenkassenbeitrag von 54 auf 62 Euro erhöht und im Januar folgte die nächste Erhöhung auf 66,81 Euro, bis im April die Höchstsumme von 77,90 festgelegt wurde. Aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung folgte nur die kurze Erklärung, dass die meisten Studenten sowieso mehr als die errechneten 670 Euro des durchschnittlichen Bafög-Bedarfssatzes verdienen und sie es als Privilegierung ansehen sollten, trotzdem nur den Pauschalbeitrag der Krankenkasse zahlen zu müssen. Und so leben immer mehr Studenten in Deutschland nach dem Motto: Ich studiere nicht um zu arbeiten, sondern arbeite um zu studieren.